Archiv der Kategorie: Tai Ji und Qi Gong

Meditieren? … Kann ich nicht!

Kennen Sie das auch? Ständig lesen Sie irgendwelche Artikel, die die tollsten Erkenntnisse beschreiben, die jemand während einer Meditation hatte. Innere Ruhe, Lichtempfindungen, achtsames Wahrnehmen des eigenen Körpers, Atmung…

… und wenn Sie sich dann aufs Kissen setzen und auch meditieren wollen, dann … nun ja … dann kreiseln die Gedanken. Ihren Körper nehmen Sie allenfalls 5 Sekunden wahr, bevor Sie wieder bei der Einkaufsliste und der Bügelwäsche oder der letzten blöden Bemerkung Ihres Chefs sind. Irgendwann juckt und kribbelt alles. Die Beine schlafen ein, der Rücken schmerzt. Und wenn Sie versuchen, auf Ihren Atem zu achten, dann haben Sie das Gefühl, gleich zu ersticken!
Sie geben entnervt auf und denken: „Meditation ist halt nix für mich … Die können mir mit dem ganzen Achtsamkeits-Gelaber den Buckel runter rutschen!“

Schade eigentlich, denn man kann sich selbst so viel Gutes tun, wenn man die Bedürfnisse des eigenen Körpers bewusst und liebevoll wahrnimmt.
Was wollen mir die ewig verspannten Schultern sagen? Was der wehe Rücken, die schmerzenden Knie?

Bewusstheit durch Bewegung

WirbelsäuleHier die gute Nachricht für alle Genervten: Es geht auch ohne Meditation!

Denn man kann auch Achtsamkeit für seinen Körper entwickeln, indem man sich bewegt, indem man ganz bewusst und vorsichtig die Grenzen der eigenen Beweglichkeit auslotet und überhaupt erst wahrnimmt, was alles geht und was nicht – und wie es sich so anfühlt im eigenen Leib.

Tai Ji-ler und Qi Gong-ler kennen das, wobei es da eher darum geht, die Hüfte nicht ausbrechen zu lassen, die Schulternester nicht zu schließen, nicht zum Boden zu schauen … damit alles schön offen bleibt und das Qi fließen kann.

Wer sich schon einmal mit der Feldenkrais-Methode beschäftigt hat, kennt das auch – aber von einer anderen Seite. Hier geht es eher darum, Bewegungsmuster zu entdecken, die uns nicht gut tun, und diese durch die unzähligen anderen Bewegungsfreiheiten zu ersetzen, die uns zur Verfügung stehen. Die muss man aber natürlich erst einmal entdecken! … und integrieren!

Das funktioniert am besten im Liegen, weil man dabei das eigene Gewicht nicht tragen muss … und die Füße ganz anders wahrnehmen darf – das Becken auch und erst den Rücken! So gänzlich unbeschwert…

Wie anders ist das doch dann im Stehen. Ups, da sind sie wieder, die ollen Muster… Halt nein, gerade im Liegen hat sich das doch ganz anders angefühlt…

Mit Synergie zur Achtsamkeit

Ah ja, genau darum geht es, wenn sich Feldenkrais, Tai Ji und Qi Gong treffen! Und oh! Wie gut das tut, wenn sich in die Routine-Bewegungen plötzlich ganz neue Möglichkeiten einschleichen. Da tun sich neue Dimensionen auf!

So ganz spielerisch, ohne eingeschlafene Füße, ohne Meditationskissen und ohne plappernde Gedanken.
Stehen die Füße anders auf dem Boden der Tatsachen, tun die Knie nicht mehr weh und das Becken lässt sich in alle Richtungen bewegen. Und, yeah, die Wirbelsäule richtet sich ganz von alleine auf, der Kopf schwebt, und mit stolzem Blick schauen wir in und auf die Welt. Der Atem wird so tief, so frei, so leicht…

… und wir schweben … wir schweben durch eine Qi Gong-Übung, durch die Tai Ji-Form … durchs Leben – zu jeder Zeit gleichermaßen achtsam in den beiden Universen: dem in unserem Körper und dem um uns herum.

Wer von zwei Vollprofis lernen möchte, wie man durchs Leben schwebt, hat dazu Gelegenheit: am 9. und 10. Juli 2016 (Sa. 10-13 & 15-18 Uhr / So. 10-14:30 Uhr) im Institut Integrales Tai Ji Quan & Qi Gong in der Sendlinger Str. 21 in 80331 München.
Kosten: 290,- €
Am besten gleich anmelden, bevor die Plätze vergeben sind: telefonisch unter 089/89891040 oder per Mail an AWF(at)awf-taiji.de.

Synergetisches Projekt Tai Ji & Qi Gong meet FeldenkraisIrene Heck, international zertifizierte Feldenkrais-Pädagogin und Andreas W Friedrich, Tai Ji & Qi Gong Meister, ergänzen sich, wirken von den zwei Polen Yin und Yang her aufeinander ein und öffnen einen gänzlich neuen „Erlebensraum“!

Wer bislang keine Erfahrung mit Tai Ji, Qi Gong oder Feldenkrais hat, wird in diesem „Synergetischen Projekt“ hingeführt. Wer bereits Feldenkrais, Tai Ji oder Qi Gong praktiziert, wird eine neue Dimension der eigenen Persönlichkeitsentwicklung kennenlernen.

Melden Sie sich heute noch an: telefonisch unter 089/89891040 oder per Mail an AWF(at)awf-taiji.de.

Einzigartig und außergewöhnlich wie jeder Mensch: die 5

War die 4 eine „ideale“ Zahl, so ist die 5 nicht weniger außergewöhnlich.
Während die 4 etwas Gerades, Klares, Logisches an sich hat – was auch in den Ge4ten zu sehen ist, die in sich abgeschlossen zu sein scheinen –, so ist die 5 sperrig und ungebärdig!

Als Verbindung aus der männlichen 3 und der weiblichen 2 versucht sie die Gegensätze zu verbinden und deutet dabei symbolisch auf die Schwierigkeiten, die dabei entstehen: sie ist unteilbar und hat ihre Eigenarten. Mit Fünfecken lässt sich z.B. keine Fläche vollständig bedecken…
… und der Mensch, der Ausführende, der das Ge4t zum Leben erweckt und zum Ge5t macht, ist ebenso sperrig wie einzigartig. Kein Ge4t gleicht dem anderen, wenn es zum Ge5t wurde!

Und doch: die 5 ist allgegenwärtig in der Natur und daher eine Kraft, ein Symbol, das wir in unserem Leben finden und fühlen sollen. Fünf Sinne sind dem Menschen eigen, fünf Finger und fünf Zehen an jeder Hand und jedem Fuß, fünf Blütenblätter und/oder Staubblätter finden sich an unzähligen Pflanzen…

Ge5t

…und die oberen Konjunktionen von Venus und Sonne beschreiben im Tierkreis ein Pentagramm … fast … denn, es „fehlen“ jedes Mal etwa 2,4°, so dass das Pentagramm nie wieder an den Ausgangspunkt zurück kehrt.
Kann man sich ein schöneres Symbol vorstellen für die unendlichen Gesetze, auf denen unser Leben beruht?

Dieser kleine, aber feine Umstand macht es auch Mephisto in Goethes Faust ein wenig schwer, sein teuflisches Treiben auszuleben:

„MEPHISTOPHELES:
[…] Dürft ich wohl diesmal mich entfernen?
FAUST:
Ich sehe nicht, warum du fragst.
Ich habe jetzt dich kennen lernen
Besuche nun mich, wie du magst.
Hier ist das Fenster, hier die Türe,
Ein Rauchfang ist dir auch gewiß.
MEPHISTOPHELES:
Gesteh ich’s nur! daß ich hinausspaziere,
Verbietet mir ein kleines Hindernis,
Der Drudenfuß auf Eurer Schwelle-
FAUST:
Das Pentagramma macht dir Pein?
Ei sage mir, du Sohn der Hölle,
Wenn das dich bannt, wie kamst du denn herein?
Wie ward ein solcher Geist betrogen?
MEPHISTOPHELES:
Beschaut es recht! es ist nicht gut gezogen:
Der eine Winkel, der nach außen zu,
Ist, wie du siehst, ein wenig offen.
FAUST:
Das hat der Zufall gut getroffen! […]“
Goethe: Faust I, Szene im Studierzimmer

Aber zurück zur Erforschung der Zahl 5.
Alle alten Hochkulturen erhoben ihren Blick in den gestirnten Himmel und beobachteten das Spiel der Venus. Und alle suchten – „wie oben, so unten“ – nach Entsprechungen auf der Erde.

In der Symbolik der abrahamitischen Religionen ist die 5 allgegenwärtig. Von den fünf Büchern Moses (Pentateuch) über die fünf Wunden Christi hin zu den fünf Pfeilern des Glaubens im Islam…

Gilt im chinesischen Kulturkreis die 4 – aufgrund ihrer Lautgleichheit zum Wort „Tod“ – als Unglückszahl, ist mit der Zahl 5 das große Glück verbunden.
Die ganze Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beruht auf den 5 Wandlungsphasen. Je nachdem, in welcher Reihenfolge und Richtung sich die Wandlungsphasen gegenseitig beeinflussen, kann dies unterschiedliche Auswirkungen haben.

Die 5 Wandlungsphasen
Die 5 Wandlungsphasen

… und wieder sehen wir das Pentagramm!

Agrippa von Nettesheim stellte den Menschen in einen Kreis … und fand schon wieder ein Pentagramm.

Heinrich Cornelius Agrippa
Heinrich Cornelius Agrippa [Public domain], via Wikimedia Commons
Dem ordnete er die damals bekannten fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn zu. „Dumm“ war nur, dass zu seiner Zeit im vom hellenistischen Denken geprägten Kulturkreis nur 4 (!) Elemente bekannt waren! (Wir erinnern uns, die Pythagoreer verherrlichten die Zahl 4, daher durfte es nicht mehr als vier Elemente geben!)
… und so machten sich die Alchemisten auf die Suche nach dem geheimen fünften Element: der quinta essentia, der Quintessenz!
… die die Chinesen ja eigentlich schon längst gefunden hatten!

Bei dieser Allgegenwart der 5 und des Pentagramms ist es kein Wunder, dass fast alle Kulturen Pentagramme oder auch Hände mit ihren fünf Fingern als Amulette zur Abwehr böser Geister einsetzten (wichtig: beim Pentagramm muss dazu die Spitze unbedingt nach oben weisen!).

Es ist wohl gerade das Sperrige, das Unteilbare, Nicht-Einordenbare, die Verbindung des Männlichen und Weiblichen, das der Zahl 5 ihren Charakter gibt.

Freuen wir uns also, wenn wir die Ge4te auf unsere je eigene Art und Weise zu Ge5ten machen. Und beobachten wir, wie anders jeder Mensch seine Einzigartigkeit einbringt: erst damit entsteht das Glück, das gegen die bösen Geister wirkt!

Wandlungsphasen und Haikus, ars73
Wandlungsphasen und Haikus von ars73

Literatur:
Endres, Franz Carl; Schimmel, Annemarie (1995): Das Mysterium der Zahl. Zahlensymbolik im Kulturvergleich. Sonderausgabe. München: Diederichs (Diederichs gelbe Reihe Weltkulturen, 52).

Bilder:
@AWF
@ars73
Wikimedia Commons

Nachruf auf’s Ge4t und ein Vor-Ruf, ein Winken hin auf das Gefünf5t

Fenster_Gelbbraun5Eines von vielen, noch nicht erwähnten Ge4ten, sei hier und jetzt ergänzt, bevor das „Ge5t“ unaufhaltsam seinen Platz einnehmen wird. Erscheinen wird es in „Alles Mögliche…II, Brosamen“: es ist das Wortgeviert, das jeder im Alltag braucht, um einen guten, erfüllten Tag zu erleben. Ein Wechselspiel von Yin&Yang, sich polar anregend, um die Lebensenergie zu wecken, um im Fluß zu sein: immer geht es um ENTSPANNEN-WEITEN-LOSLASSEN-ÖFFNEN.
Entspannen und Loslassen sind eher passiv, also yin-haft, Weiten und Öffnen eher yangig aktiv; wenn wir uns bewegen – innerlich und äußerlich – mental, psychisch und leibhaftig, gilt es, dieses Wechselspiel geschehen zu lassen: „in das Weiten hinein entspannen und loslassen in das Öffnen“ (AWF).FensterB7

Eines fehlt dem Ge4t, um sich beispielsweise zu den 5 Wandlungsphasen gemäß der Chinesischen Weltanschaung zu mausern. Warum braucht es Not-wendend noch eines?
Erinnern wir uns an das Bayerische Ge4t: da bedarf es noch unabdingbar des genießerisch sich einverleibenden Essers. Ohne ihn  ist es nicht in der Welt bzw. im Magen; und beim Heideggerischen GeViert fehlt der unerwähnte  Denker, und im Tai Ji Quan, Qi Gong  und Integralen Zen der Praktizierende! (AWF)

4 … oder: die ideale Zahl

Die Zahl 4 als Ordnungsprinzip ist in der Kulturgeschichte allgegenwärtig und ist ein Ausdruck der weitesten Entwicklung. Sie stellt das Ende eines Zyklus dar, der mit einer Zweiheit – einem Dualismus – beginnt.

Am Anfang steht die 1, die Einheit, das Ungeteilte. Teilt dieses Eine sich (Yin&Yang, Licht&Dunkel, männlich&weiblich, Wasser&Erde…), entsteht eine Zweiheit und mit ihr ein Dualismus der zwei scheinbar unvereinbaren Gegensätze.

Indem man „Gegensätze“ nicht dual, sondern polar betrachtet – also zusammengehörig wie die Pole eines Magneten – nimmt man einen übergeordneten Sinn an, der die Gegensätze vereinen kann. Das Eine, Ungeteilte, kommt wieder hinzu als Drittes … und wir sind bei der Zahl 3.

Die 2 kann aber nun etwas eigenes: die beiden Elemente kann man zueinander in Beziehung setzen. Dieses zu jenem, jenes zu diesem, dieses zu diesem und jenes zu jenem. Dazu benötigt man die 1 nicht! Und, es entstehen 4 Möglichkeiten der Kombination.

Damit ist man tatsächlich am Ende eines Zyklus, denn aus den Zahlen 1, 2, 3 und 4 lassen sich alle anderen Zahlen ableiten. 1+2+3+4=10, womit diese vier Ziffern auch die Basis des Dezimalsystems darstellen. Ganz zu schweigen vom binären Zahlensystem, das genau auf diesen zuvor beschriebenen 2² Beziehungen aufbaut. Kein Wunder, dass die Phythagoreer die Zahl 4 als ideale Zahl betrachteten.

2×2: das Rechteck, oder in der Sonderform ein Quadrat, ist in praktisch allen Kulturen Grundlage für die Gestaltung von Häusern, Feldern und Dörfern. Das Feng Shui in China baut ebenso darauf auf, wie die Ordnung der Kelten oder Maya. Und auch in unserer Sprache erinnert das Wort „Stadt-VIERTEL“ an diese Grundlage.
Selbstverständlich denkt man nun auch an die 4 Himmelrichtungen, 4 Mondphasen, 4 Jahreszeiten…

…und weiter an 4 Kardinaltugenden (Weisheit, Tapferkeit, Mäßigung, Gerechtigkeit), die 4 apokalyptischen Reiter in der Offenbarung des hl. Johannes, 4 Vedas der Inder, 4 heilige Bücher des Islam, 4 Evangelien, die 4 edlen Wahrheiten des Buddhismus, das Tetragramm des Gottesnamens in der hebräischen Bibel, das Kreuz mit seinen vier Dimensionen … und, nicht zuletzt, an den Archetyp der Quaternität, den C. G. Jung eingeführt hat, mit dem das trinitarische Denken abgelöst werden sollte.

Raum
Raum (sichtbares Licht, Dimensionen, Weltraum, Raumzeit)
(Ölkreide auf Papier, © ars73, 2008)

Die 4 drückt immer etwas aus, was eine weitere Entwicklung darstellt, etwas, das über das hinausgeht, was gemeinhin durch eine Dreiheit ausgedrückt wird.
So kritisierte im 15. Jahrhundert der mystische Dichter Kabir Hinduismus und Islam gleichermaßen, wenn er sich darüber beklagt, dass Millionen von Menschen die Drei (Reichtum, Sinneslust und rechtes Verhalten) suchen. Das einzig Erstrebenswerte sei jedoch das Vierte: die Erlösung von der Unrast des geschöpflichen Lebens. [zit. nach Endres, Schimmel (1995)]

Friedrich Weinreb, der sich intensiv mit der Zahlenmystik in der hebräischen Bibelsprache auseinander gesetzt hat, findet so auch weitere Entsprechungen der Zahl 4. Er beobachtet z.B. 4 Elemente der Sprache:
– Buchstaben (geschriebene)
– Laute (gesprochene Konsonanten der hebräischen Sprache)
– Vokale (die Farbe der Laute)
– die Melodie des gesprochenen Wortes oder Satzes.

Dieser 4-heit spüren wir gerade in den Experimentellen Zenkünsten nach, wenn wir sinnfreien Lautmalereien zuhören und Sprache auf eine ganz andere Art erhören, erspüren und erfahren.

Und im Tai Ji Quan und Qi Gong spüren wir weitere 4-heiten unseres Körpers:

  • 4 Temperamente, die auf die 4 Gallen beruhen, der schwarzen, der roten, der weißen und der grünen
  • 4 Extremitäten
  • Lunge, Atem, Herz und Kreislauf, die 4-heit, die für unser Leben steht
  • und das Verhältnis 1:4 von Lunge zu Herz, denn auf einen Atemzug kommen etwa vier Herzschläge.

Vielleicht achten Sie in Zukunft beim Üben von Tai Ji und Qi Gong oder auch beim Experimentieren mit den Zenkünsten einmal bewusst auf diese Vierheiten.
Wenn Ihnen weitere auffallen, freuen wir uns über Kommentare und eine Diskussion.

 

Literatur:
Endres, Franz Carl; Schimmel, Annemarie (1995): Das Mysterium der Zahl. Zahlensymbolik im Kulturvergleich. Sonderausgabe. München: Diederichs (Diederichs gelbe Reihe Weltkulturen, 52).
Weinreb, Friedrich (1987): Leiblichkeit. Unser Körper u. seine Organe als Ausdruck d. ewigen Menschen. 1. – 3. Tsd. Weiler im Allgäu: Thauros.
Weinreb, Friedrich (2007): Zahl, Zeichen, Wort. Das symbolische Universum der Bibelsprache. Neu gestaltete inhaltlich unveränderte Ausgabe. Zürich: Verlag der Friedrich-Weinreb-Stiftung.

Wirkt ein heiteres Lied an die Sterne?

Die positive Einstellung wirkt im Mikrokosmos als sich auswirkende Schwingung in den Makrokosmos. 
Letztendlich ist alles eine Frage des Glaubens.
Jeder ist der Schöpfer seiner Welt. Wirken die Sterne bei jedem?
Wie groß ist die „Schwingung“ die uns erreicht?
In einem Bild gesprochen: wär` ich ein Boot auf einem ruhigen See und es fiele ein Stein in den See hinein, so werde ich natürlich bewegt; je nach Größe des Steines und der Geschwindigkeit des Hineinfallens wird die Wirkung unterschiedlich sein. Bei einem Meteoritenaufprall kann man eh nur noch lächeln.
doppelFenster
Und dann kommt die eigentliche Frage: wie sehr fühle ich mich als untrennbaren Teil des Ganzen, wie weit kann ich wirken oder in wie weit ist der Film längst abgedreht? Wie spielt das Leben denn so bei? Ist´s Kampf, ist´s Krampf oder ein großes Bewußtseinsspiel? Im letzten Fall bleibt auch nur ein gelassenes Lächeln. Ziehen wir nicht unter Umständen das an, was wir denken und befürchten .
So genug gedacht … 
JETZT ziehe ich es allerdings vor, TaiJiQuan & QiGong ohn´ Unterlass zu üben und im ZENigen Geist ein Lied auf und an die Sterne zu singen.

Abgeschmackter Wert

„Das schmeckt mir!“ oder „Das ist es mir wert“ sagen wir oft und manchesmal ein bisschen so daher, ohne recht darüberhin zu denken. „Über den Geschmack lässt sich nicht streiten“!, und jeder hat halt‘ so den seinen! Und dann ist auch schon das Gespräch, der gewünschte Austausch, der Dialog zu Ende, basta, aus, finito, no go!!! Ja, und recht so, ok, aber die Folge ist Belanglosigkeit, Unangreifbarkeit im Sinne  der Stagnation;  und das macht keinen Spaß! Es geht doch um einen „sokratischen“ Austausch, um ein „dialogisches“ Yin&Yang.
Da sitze ich dann mit meiner Herzallerliebsten im Restaurant und Bilder eines Künstlers hängen an der Wand und beim oral-olfaktorischen Genießen der Speisen und Getränke wandert der Blick frevelhaft vom Wunder-vollen Gesicht der Geliebten zu den Bildern, die schon zu „Gemälden“ avancierten.
Und wir reden, ganz bald an spannende Grenzen stoßend, über:
was ist „gut“ und „schön“, was ist der „goldene Schnitt“ und sieht ihn  denn überhaupt jeder?, was „stimmt“ einfach und was ist „wohl-proportioniert“ oder auf- oder anregend, ob der „japanisch-chinesischen Leere“? 
IMAG1821_1_1_1_1Die „objektive“ Realität konstituiert sich nur durch die Zusammenkunft der „subjektiven“ Intersubjektivität. 
Oder? Wie? Äh?  Jedenfalls schafften die Meinungen der Vielen und schaffen auch künftig nie die Wahrheit.

Was aber ist dann Wahrheit? Woran bemisst sie sich?
Wir müssen also, scheint es, doch wieder gegen den Zeitgeist uns Zeit nehmen und  „philosophisch“  werden.
Und diese Frage  — WAS IST WAHR —  stellt sich natürlich auch in Hinblick auf TaiJiQuan,  QiGong und Integrales Zen!
Letztendlich aber, ist’s egal, wenn wir es denn nur tun, täglich praktizieren und dadurch ganz glücklich sind! Wohl bekomm’s!
In diesem Sinne  sagt AbgeschmeckteWerteFinden DAOdao

 

INTEGRALES

ZEN, TAI JI & QI GONG

Der schweizer Kultur-und Bewußtseins-Phänomenologe Jean Gebser verstand unter der „integralen“ Bewußtseinsstruktur das Vermögen, die bisherigen — die archaische, magische, mythische und mentale Struktur — zu integrieren und ganzheitlich, transparent und konkret „wahrzugeben“.

IMAG1851_1_1_1Wir sind also in der Lage, alle Gegebenheiten auf Grund ihrer Struktur Wert-zu-schätzen und sie im „Integralen Bewußtsein“ zu vernetzen, zu vereinen.
So basiert beispielsweise das  „Integrale Tai Ji Quan & Qi Gong“ auf traditionellen  Überlieferungen und Familientraditionen und vervollkommnet diese durch zeitgemäße Entwicklungen, die die Sache selbst, die Prinzipien, fördern und weiterentwickeln.

Auf diese Weise können Kostbarkeiten, wie „Das Yang-hafte Stehen“, inspiriert durch die „Alexandertechnik“ von F. M. Alexander, in die konkret- universelle Yin-Yang-Übung des „Wachsens& Sinkens“ íntegriert werden. Die Traditionen werden also erfahren, geehrt,  und gepflegt, aber auch zukunftsweisende Ergänzungen integriert! Alles ist immer in Wandlung auf dem Wege zur Vollkommenheit!
Der „Integrale Yang-Stil“ bleibt trotz, oder gerade wegen vieler auch nicht „familiärer“ Einflüsse, authentisch und Prinzipien-treu.
Die INTEGRALEN ZEN KÜNSTE sind „expermentell“, gehen also, die traditionellen integrierend, über diese hinaus.

DAOdao sagt AlleWegeFinden
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Die Aufbaustufen im TaiJiQuan

Egal in welchem Familienstil des Tai Ji Quan – Chen, Yang, Wu, Sun etc. – gibt es einen sehr klaren Weg des Fortschreitens, gibt es Aufbaustufen beim Üben, Entwicklungsebenen im Laufe der Zeit.

Die Form in ihrem Yin-Yang-Rhythmus zu kennen, ist die Grundvoraussetzung. Im Integralen Yang-Stil differenzieren sich die 124 beziehungsweise 108 Bewegungen des „authentischen, traditionell-klassischen“ Yang-Familien-Stils in die 169 Yin-Yang-Bewegungen

Das Sinken&Wachsen, das Aufnehmen&Abgeben ist die Basis. Darauf folgt die „Arbeit am Yin„, die Zentrumsbewegung.
Alles geschieht mit Zentrum. Aber das Zentrum ist nicht allein, es hat Gehilfen, „Minister“: die Beine, samt Knie, Knöchel und Füße. Die Kraft kommt aus der Erde und die Beine lassen die Schwerkraft durch und  übertragen den Impuls zum Scheitel und in die Hände. Sinken und Verwurzeln sind Voraussetzung und Folge.
Die dritte Stufe ist die „Arbeit am Yang„, die Spiralbewegung der Arme, der Wirbelsäule und die polare Kopfbewegung. Auf dieser Ebene wird der Atem frei und natürlich und die Fähigkeit des Nachgebens kann nach unten wirken.
Die vierte Stufe „Yi&Qi in der Form“ vereint die ersten drei und widmet sich dem großen Loslassen, dem freien Qi-Fluß, den Richtungen der Kraft, sprich den Anwendungen und dem klaren Yi, der Absicht, der Vorstellungskraft, dem Willen. Am Ende mündet TaiJi in WuWei und WuJi.
DAOdao sagt Euer AWF

allein, zu zweit……….DAOdao

DAOdao. Das Üben und Praktizieren, von was auch immer – hier sei’s Tai Ji Quan, Qi Gong und Zen – darf nie Pflicht werden; vielmehr geschieht es stets aus freiem Willen mit dem erfahrenen Wissen, daß es in jeder Hinsicht gut tut, was aber nicht bedeutet, daß es nicht anstrengt!
Wir üben allein, zu zweit, in der Gruppe, in der Natur und  im DAO.

Allein üben heißt, doch nicht allein sein, da die größte  Lehrmeisterein stets anwesend ist: die Schwerkraft. Sie schenkt uns die kontinuierliche Erfahrung optimal im Lot zu sein zwischen Himmel und Erde und läßt uns, bestmöglichst aufgerichtet, sicher und vertrauensvoll verwurzeln.
Zu zweit üben – sei es eine Form, oder die Schiebenden Hände, oder die Kontaktform, oder freie Angriffs-und Verteidigungs-Bewegungen – weist mit seinem dialogischen Aspekt hin auf ein wunderbares Wechselspiel von Yin&Yang, von Aufnehmen&Abgeben und ist damit letztlich auch ein  wahrhaft „therapeutisches Unternehmen“. 
Übt man mit Vielen, also als Teil einer Gruppe, so lauten die Themen eher „konfuzianisch“, gesellschaftlich und sozial-politisch: Gleichklang und freiwilliges Zusammenschwingen entwickelt ein positives Wir-Gefühl.
In der Natur üben, sofern es sie, wie auch immer erlebt, noch gibt, bedeutet, draußen zu sein, unter freiem Himmel, zwischen Baum und Berg, auf dem Boden von „Mutter“ Erde. Hier, im Freien, finden wir allein, zu weit oder in der Gruppe vielleicht noch den originären Bezug zu dem, was wir „Natur“ nennen.
Im Zustand „DAOdao“ zu üben, bedeutet, egal wo – am weiten frischen Meer, in schönster, klarer Gebirgslandschaft oder in einem winzigen, dunklen Zimmer sich mit allem „daoistisch“ verbunden   zu fühlen.
Und wir tun es ja eigentlich bereits, ohne vielleicht zu wissen, daß wir es tun: in der lebendigen, alltäglichen Gegenwärtigkeit immer, ohn‘ Unterlaß, in aller Gelassenheit zu üben!
DAOdao sagt  AndereWorteFinden

TaiJi-IST…

…TaiJi ist eine geistige Disziplin, die im Körper wirkt. TaiJi ist nichts für Doofe. TaiJi ist nichts für Faule. TaiJi „üben“ heißt: Yin&Yang konkret erfahren, leben. Und damit ist TaiJi in gewisser Hinsicht doch was für Faule, oder besser für „Energiesparer“. Früh oder spät übt sich, wer bestmöglichst in unserem irdischen Schwerkraftsfeld nicht nur eine gute Figur, sondern eine optimale Haltung einnehmen möchte, in körperlicher, wie in geistig-psychischer Hinsicht. Es geht also um eine umfassende „Contenance„; kein Qi verschwenden, mit der eigenen Energie haushalten und nur das aufwenden, was man für eine Haltung oder  Bewegung wirklich braucht.

awfStehend

Hebt man die Arme beispielsweise zum „Baum umarmen“ rund auf mindestens Schulterhöhe, dann haben die Trapezmuskeln damit kaum etwas zu tun! Wer sie hochzieht und anspannt, hat die Bewegung nicht verstanden, übt gegen die Natur, übt unökonomisch,  und ineffizient. Eine Bewegung verstehen heißt, sie bestmöglichst (für die Gelenke, den Blut-und Qi-Fluß und die Atmung) zu vollziehen, unserer Natur entsprechend. In dieser Hinsicht ist ein TaiJiIST „faul“, nicht was die herrlich Freud-erfüllte Übungszeit anbetrifft!

In den sehr langsamen Bewegungen des TaiJi wird vor allem die Haltemuskulatur trainiert; aber auch die Bewegungsmuskulatur kommt bei den schnellen Bewegungen der Waffenformen, beim freien TuiSchou, den Schiebenden Händen und im Kampfkunstaspekt,  beim FaJin, dem explodieren lassen der „Inneren Kraft“, nicht zu kurz.
Tai Ji Quan ist zusammen mit der „Energiearbeit“ Qi Gong und dem Bewußtheiten im Zen ein alle Bereiche erreichendes, ganzheitliches Übungsprogramm für die wach verbrachte Zeit.
TaiJi ist leibhaftige Bewußtseinserweiterung
Tai Ji ist die gesundeste und geistvollste Beschäftigungstherapie
Tai Ji ist das beste Raumbeschaffungsprogramm
….und wenn wir TaiJi (oder QiGong und schon gar Zen) praktizieren und leben, dann sind wir „weg von der Straße“!
………….hierzu demnächst. AlleWegeFinden