ExZeKü – nichts für Faule: das ungemachte Bett

Aufräumen  ist nicht immer „zenig“ und meist auch nicht „sinnig“!
Ein am Morgen verlassenes Bett zeigt sich in seiner „Ungemachtheit“ für einen bürgerlich ordentlichen Geist als „unordentlich“.
Ein Experimenteller Zen-Künstler  s i e h t  vor allem, nimmt w a h r!   Er ist frei von jeglicher gutbürgerlichen Norm. Er schaut die „Berge und Täler“, er sieht die wundervollen „Falten und Wölbungen“,  er legt vielleicht noch einmal Hand an, langsam & bewußt, und zieht hier oder dort, um eine Struktur zu verändern. Und freut sich am Abend in diese Landschaft zurückzukehren.

Experimentelles…Im Alltäglichen versteckt…!!!

Die Experimentellen Zen Künste sind etwas Alltägliches, das sich unablässig versteckt. „Experimentell“ steht nicht im Gegensatz zu „traditionell“, sondern  baut darauf auf und führt darüber hinaus. Und jeder vermag ein Zen-Künstler zu werden.  Zen steht für Bewußtheit und Achtsamkeit. Hinausgehend über die klassischen Rituale,  wie sie sich beispielsweise finden in der Teezeremonie, dem Bogenschießen, Ikebana und Kalligraphie,  kann alles zur Zeremonie werden. Jede Sekunde, Minute und Stunde, der ganze Tag mit seinen mindestens 16-18 Stunden Wacherleben, wird zur Spielwiese eines experimentellen Zen-Künstlers! Glück auf!
ExZeKü erfährt man im DAO, Sendlingerstraße 21 in München

Der schöpferische Augenblick … für Lehrende

Wir gestalten schöpferisch unser ganzes Leben. Konkret zeigt es sich jedoch von Augenblick zu Lidschlag.
Wer lehrt, gestaltet die Stunde, den Nach- oder Vormittag, das Wochenende, das Semester, das Jahr, letztendlich die  ganze Lebenszeit. 
Die Freude beim Vermitteln von Kostbarem zeigt sich in den Gesichtern, spurt in den Mienen, lacht sich aus Mündern und gipfelt in einem Ausdruck von allmählichem Verstehen.
Und immer ist es der Lehrende auch, der nicht zuletzt vor allem ein Leerer, der ganz egoistisch sich selbst genügt, aber dennoch untrennbar mit allen Beteiligten verschmilzt zu einer Einheit des gemeinsamen Weges.
TaiJi, Qi Gong und Zen, experimentell und schöpferisch von Lidschlag  zu Augenblick.

AWF

Tai Ji Quan als Lebenskunst

Finde das, was da ist!
Jeder findet, was er nicht sucht!
Den Ausgleich von Yin&Yang. Tai Ji Quan ist auch Kampfkunst und allgemein die Kunst, sich ökonomisch und sinnvoll zu bewegen. Nach dem Erlernen einer Form wird diese mit Inhalt gefüllt: z.B. indem man die Achtsamkeit auf das Zentrum richtet. Das Zentrum im Unterbauch schwebt nicht  im luftleeren Raum, sondern hat zwei Helfer, die Beine und die Füße.
Das Zeiterleben beim Laufen der Form, mit seinen re-und protentionalen Gegebenheiten gipfelt in einem meontisch appräsentativen Ganzheitsbewußtsein!
So oder ähnlich und auch ganz anders!
Brosamen für etwaige Themen, die zu behandeln wären.
Es macht Spaß, man ist „weg von der Straße“.
In dieser anfänglichen Kürze sage ich Glück auf! für einen künftigen Austausch im lebenskünstlerischen Schöpfertum.

Vom Ego und der Kunst, im Hier und Jetzt zu leben

(Teil 2 des Artikels: Widerstand ist eine Form von Beurteilung)

Es geht um nichts Geringeres, als wach zu werden und wieder die Kontrolle über unser Denken zu erhalten. Nur dann können wir wirklich weiter kommen auf unserem Weg. Denn das Ego hat die unangenehme Eigenschaft, sich nicht aus der eigenen Komfortzone heraus bewegen zu wollen. Es will alles so lassen, wie es ist, auch wenn wir mit unserem Status Quo noch so unzufrieden sind! Aber, da weiß man wenigstens, was man hat… Das Neue, das Andere, nein, das kennt das Ego nicht, das muss also schlecht sein!

„Du musst dich permanent beobachten – vor allem deine Gedanken – in jedem Moment, ohne etwas auszulassen. Die Beobachtung ist wesentlich zur Trennung des Selbst vom nicht-Selbst … Sei dir jenes Zustandes bewusst, der einfach nur Sein ist, ohne dieses oder jenes zu sein.“
Nisargadatta Maharaj

Also, ganz egal, ob wir unser Leben grundlegend ändern oder einfach nur bessere Push Hands-Spieler werden wollen … es lohnt sich, den eigenen Gedanken zuzuhören. Und dabei bis ins innerste Mark zu erschrecken!

Wie oft kauen wir eigentlich kleinste Unannehmlichkeiten durch, die uns widerfahren sind? Wie lange beschäftigen uns Bilder der Gewalt aus Filmen oder Fernsehnachrichten? Und, meine Güte, wie schnell urteilen wir? (Dass die Welt schlecht ist, wissen wir schließlich … aus dem Fernsehen!) Vor allem, was nützen uns diese Urteile und Meinungen eigentlich, mit denen wir dann durch die Welt trampeln? Und von denen wir, ach, so schwer wieder Abstand nehmen können?

Doch halt, wir haben ja schon erfahren, dass gar nicht wir es sind…

Wut, Ärger und Angst sind nichts anderes als ein schnelles, meist allzu schnelles, Urteil über die Situation. Das Ego möchte die Kontrolle nicht verlieren und leistet Widerstand. Es will weg! Oder siegen! Da es aber keine neuen Ideen zulassen kann (wo kämen wir da hin?), wird es nie verstehen, dass man durch Nachgeben oder das Zugeben von Schwächen siegen und aus Fehlern lernen kann.

Es geht also darum, das Ego zu beobachten, wie es für uns denkt und handelt. Das Bewusstsein muss wieder die Kontrolle über unser Denken und Handeln bekommen. Versuchen Sie doch einmal herauszufinden, wie lange Sie gar nichts denken können?

Es ist schwer, die Gedanken vollständig zur Ruhe zu bringen. Eine gute Möglichkeit, es zu üben, bietet sich beim Push Hands. Hier können wir vor jeder Begegnung daran arbeiten, unseren Affengeist schweigen zu lassen, präsent zu sein, die Aufmerksamkeit auf unseren Körper und unseren Partner zu richten. Und, nehmen wir doch all die Gefühle einfach wahr, die in uns aufsteigen, wenn wir uns Aug‘ in Aug‘ gegenüber stehen oder unser Gleichgewicht verlieren…

Warum immer gleich die Situation bewerten in Form von Wut oder Überlegenheitsgefühlen? Freuen wir uns doch stattdessen lieber über unsere Fehler! Wenn es uns gelingt, sie zu betrachten, ohne sie zu bewerten, dann und nur dann können wir echte Fortschritte machen!

Denn je stiller der Affengeist, umso unbesiegbarer wird man. Und der Affengeist wird still, wenn man im Hier und Jetzt ist. Da gibt es weder Schmerz über Dinge, die längst vergangen und ohnehin nicht mehr zu ändern sind, noch Spekulationen über zukünftige Katastrophen, die meistens eh nicht eintreten … und wenn doch, dann immer anders als geplant! Im Hier und Jetzt hat der Affengeist seine Grundlage verloren und muss schweigen. Dann ist der Weg frei, eine Situation so wahrzunehmen, wie sie wirklich ist. Die notwendige und angemessene Reaktion stellt sich von selbst ein.

Das und nichts anderes dürfte der „Trick“ jener alten Meister gewesen sein, von denen überliefert ist, dass sie ihren Gegnern so lange Aug‘ in Aug‘ gegenüber standen, bis die Gegner die Nerven verloren, aufgaben und ihre Absicht im Angriff verrieten. Mit einem leeren Geist und der Aufmerksamkeit ganz im Augenblick ist der Sieg dann sicher.

Wenn es denn so einfach wäre…

 

(Literatur:
Shaw, Andy: A bugfree mind, 3. Aufl., September 2013; http://www.abugfreemind.com
Tolle, Eckhart: The power of NOW. A guide to spiritual enlightenment. New World Library und Namaste Publishing, 2004)

Schere, Stein, Papier? – Stein, Tuch, Seil!

Die Oberfläche ist kühl, rau und schmiegt sich schwer in meine Hand. Wo ich den Stein weggenommen habe, ist nun eine Lücke. Es sieht dort anders aus.

Der Stein wird warm in meiner Hand, ich sehe das Muster auf seiner Oberfläche … spüre den Platz, auf den ich ihn legen werde … zwischen die anderen Steine und zwei lange Bambusstöcke.

Experimentelle Zenkünste mit Steinen
Experimentelle Zenkünste mit Steinen

Wann habe ich zum letzten Mal ein Gewicht in meiner Hand so achtsam wahrgenommen? Habe ich es überhaupt jemals getan?

Ich höre das tiefe, tönende Geräusch, das der Stein auf der Holzplatte erzeugt, als ich ihn ablege.

Ich höre, ich spüre, ich schaue … und staune, als ich unser „Spielfeld“ aus verschiedenen Perspektiven betrachte. Schließlich entdecken wir auch die dritte Dimension…

Grau ist nicht gleich grau…
Fläche ist einheitlich, gemustert, von mäandernden Linien durchzogen…
Wölbungen, Vertiefungen, Kanten…
groß, rund, flach, eckig oder klein,
für uns im Alltag: nur ein Stein!

… über den wir stolpern,
… den wir achtlos aus dem Weg treten.

Wie vieles hätte er uns zu sagen, würden wir ihm zuhören?
Wie vieles könnten wir durch ihn über uns selbst erfahren, ließen wir es zu?

War da nicht einen Moment in mir die Versuchung, den Stein einfach irgendwie mit einer Hand hinzulegen? Ihn gleichsam fallen zu lassen?
Als ich ihn dann doch mit beiden Händen ablege, spüre ich, dass die nach unten weisende Fläche nicht gerade ist. Wieso sollte sie auch? Der Stein kippt ein wenig nach, bevor er zur Ruhe kommt. Meine Hände fangen dieses Kippen auf … und warten, bis der Stein eine stabile Lage gefunden hat.

Nun liegt er aber nicht so, wie ich es erwartet hatte…
Egal! Es ist gut, wie es ist!

Experimentelle Zenkünste mit Tüchern
Experimentelle Zenkünste mit Tüchern

Das Harte, Kalte, Graue wird weich, zart, warm und bunt, wenn wir mit Tüchern spielen. Was vorher als Stein unverändert liegen blieb, bewegt sich nun im Wind, schwebt … rutscht … tut überhaupt nicht das, was man erwartet oder möchte … bäumt sich auf … und fällt in sich zusammen.

Rot, Gelb, Blau – werden trotzdem eine Einheit.

Die dicke Seide raschelt leise, wenn wir sie bewegen. Wir lassen sie rutschen, werfen, zupfen, raffen, drapieren – immer reihum, jeder greift auf (im Wortsinne!), was zuvor entstanden ist.

Der Stoff wiegt, verglichen mit den Steinen, fast nichts – und doch entstehen Gewichtungen: das dunkle Blau ist so viel schwerer als das lichte Gelb. Ziegelrot schafft Ausgleich.

Experimentelle Zenkünste mit Seil
Experimentelle Zenkünste mit Seil

Viele Steine, drei Tücher, ein Seil – Verdichtung!

Geworfener Stein – zerstört
Geworfenes (Hand-)Tuch – gescheitert (oder ist es ein Segel im Wind?)
Geworfenes Seil – verbindet, verankert

Das Seil fließt, Bewegungen an einem Ende setzen sich ein Stück in das Seil hinein fort. Ein sattes Geräusch, wenn es auf dem Boden aufschlägt!

Wir ziehen, werfen, drehen – es entstehen: Schriftzeichen? Runen?

Wieder die Frage, was will es mir sagen?

Experimentelle Zenkünste mit Seil
Experimentelle Zenkünste mit Seil

Aber: Will es mir überhaupt etwas sagen? Ist es nicht schon wieder so etwas typisch Menschliches, dass ich immer nach einer Bedeutung suche, bewerte, urteile?
Kann ich das Seil, die Tücher, die Steine nicht einfach so akzeptieren, wie sie in ihrer Eigenart zu liegen kommen?

Was aber ist es dann, was mich an dieser Ecke zupfen, jenen Stein verschieben, die Seilwindung drehen lässt?

Da ist etwas in mir, das nach Ausgewogenheit schreit, das das Spielfeld betrachtet und diese Ecke zu leer findet, jenen Stein zu einsam…

Nur, ist das die gleiche Instanz in mir, die urteilt? Die etwas schön oder hässlich und Experimentelle Zenkünste doof oder höchst spannend findet?
Oder ist da nicht etwas viel tiefer in mir, das dem roten Stoff zu mehr Ausdruck verhelfen und das eng gewundene Seil aus seiner gequälten Haltung befreien möchte?

Viele Fragen für die nächsten Stunden…

Geistiges Heilen

Dann bist Du eine Wunderheilerin? Fragte mich neulich eine junge Frau, der ich erzählte, dass ich Hände auflege. Schön wär’s, hab ich gesagt, dann müsste ich jeden Menschen nur einmal behandeln. Hallo und auf Wiedersehen und dann der Nächste bitte. Aber Wunder gibt es nicht, denn das einzige Wunder ist das Leben selbst. Wenn wir etwas für ein Wunder halten, dann nur, weil wir die Gesetze des Lebens, der Natur nicht verstehen. Geistiges Heilen, was ist es dann, kann man es beschreiben?

In erster Linie ist es eine Ergänzung zur Schulmedizin und Naturheilkunde, denn im geistigen Heilen stelle ich keine Diagnosen und verordne höchstens Meditation.
Meditation, wieso denn das? Und da sind wir schon beim Thema. Jetzt wird’s spannend und es gilt, einfache Worte für etwas zu finden, was sich im Wesentlichen nie vollständig beschrieben, sondern von jedem Einzelnen nur erleben lässt.

Kurz gesagt: Geistiges Heilen ist eine Kunst – und eine Wissenschaft. Die Methoden sind vielfältig, wie auch die Menschen, die sie entwickelt haben. Ich arbeite mit erprobten, traditionellen Methoden christlicher, buddhistischer, indischer und sufischer Heiler. Natürlich gibt es auch immer wieder Neues, aber das alte Wissen hat eine archaische Kraft, die mich mehr überzeugt. Im Grunde ist ja alles immer schon da gewesen, alles ist schon da, alles ist schon in uns, wir brauchen es nur zu entdecken und zu üben. Dem Göttlichen lauschen, das ist wichtig. Deswegen Meditation, denn sonst ist man dem alltäglichen Lärm ausgesetzt und es passiert gar nichts. Also Stille, Spüren, Fühlen, dann kommt das Sehen, dann das Hören. Da ist Disziplin wichtig und eine Stetigkeit, damit „Es in uns“ wachsen, erfahren und verstanden werden kann. Das ist die Grundlage geistigen Heilens.

Und was passiert dann? Rein äußerlich ganz simpel: Der Klient legt sich hin und ich lege die Hände auf, so wie ich es gelernt habe. Dann geschieht das „Es“ und im Körper des Behandelten entwickelt sich Wärme und eine tiefe Entspannung. Dann beginnt „Es“ zu wirken, das kann noch Tage dauern, Tage, in denen etwas behutsam passiert, spürbar wird, wie in einem Kokon, ganz geschützt und leise.

Mehr verrate ich nicht, denn sonst wird Eure mögliche Erfahrung bereits jetzt durch Eure Vorstellung und den Verstand getrübt, der ja immer alles sofort wissen will.

Aber jeder ist sein ganz eigenes Wunder.

Bei Interesse: Termine bei @UK nach Vereinbarung unter: 0172/1394198

Widerstand ist eine Form von Beurteilung

Begeben wir uns ins China des 13. Jahrhunderts. Wir sitzen zu Füßen des ehrwürdigen Meisters Chang San-Feng und lauschen seinen Ausführungen über Shen (Geist), Yi (Vorstellungskraft) und Qi … Er spricht über den Fluss des Qi, der der Vorstellungskraft folgt und sich vom Boden durch den ganzen Körper dorthin bewegt, wo das Qi gebraucht wird. Um mit den Worten zu enden: „All dies unterliegt dem Geist und zeigt sich nicht physisch.“

Damals wie heute sind die Ausführungen nicht leicht zu verstehen, geschweige denn anzuwenden. Für Generationen von Schülern der Inneren Kampfkünste klingen sie wie Zeugnisse aus einer fernen und fremden Welt, und es bedarf einiger Anstrengung und Überlegung, den Sinn zu erfassen.

Der Geist und der Mensch sollen ruhig werden, sich nicht von äußeren Dingen, Emotionen, dem Ego oder dem Ehrgeiz leiten lassen, ganz im Hier und Jetzt verweilen.

„Die Zerstörung des Egos, seine Auflösung im kosmischen und göttlichen Bewusstsein ist auch ein Teil unserer Ansicht der Umwandlung; durch diese Zerstörung entdecken wir die wahre oder spirituelle Person, die ein ewiger Teil des Göttlichen darstellt.“
Sri Aurobindo

Und schaut man in andere Kulturen, ganz egal, ob europäische oder fernöstliche, all die Weisen trachteten danach, den Geist zu kontrollieren und das Ego zu besiegen, aufzulösen…

Warum eigentlich? … und was ist eigentlich der Geist und das Ego?

Das Problem, das hier nach einer Lösung verlangt, ist unsichtbar … physisch nicht sichtbar, wie es auch Chang San-Feng schon wusste. Denn die meisten Handlungen und Worte, die wir ausführen und sprechen, sind unbewusst. Einerseits ist das auch gut so. Wir alle wären längst reif für die Klapsmühle, müssten wir jeden Dialog an der Supermarktkasse oder das tägliche Zähneputzen bewusst erleben und abarbeiten…

Andererseits bedeutet das aber auch, dass es irgendetwas in uns gibt, das diese Dinge steuert. Oder, uns steuert? Denn wer kann sicher sein, dass sich dieses Etwas nur um Smalltalk und Zähneputzen kümmert, bei den wirklich wichtigen Fragen aber plötzlich schweigt? Und wer oder was soll dann eigentlich so plötzlich das Kommando übernehmen?

Sichtbar wird dies z.B. für Push Hands-Spieler. Sie wissen, dass man sicher verliert, wenn man das tut, was man normalerweise tut, nämlich auf Druck mit Gegendruck oder Widerstand zu reagieren. Auch Emotionen wie Wut, Ärger oder Angst verleiten zu Bewegungen, die ein geübter Gegner leicht zu seinem Vorteil nutzen kann.

Hier sind einige Dinge schön zu sehen: dieses Etwas, das uns steuert, glaubt offenbar zu „wissen“, dass man auf Druck hart werden und mit Gegendruck antworten muss – und tut das auch. Ganz automatisch. Komisch nur, dass wir dabei sicher aus dem Gleichgewicht geraten. Da stimmt doch etwas nicht?!

Und statt darüber nachzudenken, ärgern wir uns… Aber ärgern wirklich wir uns? Ärgert sich nicht vielleicht auch dieses Etwas?

Sind wir überhaupt präsent? Leben wir unser Leben überhaupt?
Oder werden wir gelebt? Sind wir ferngesteuert von diesem Etwas?

Nennen wir dieses Etwas Affengeist, wie die Chinesen, oder Ego. Und um es einmal deutlich zu spüren, machen wir ein kleines Experiment: Suchen Sie in Ihrer Vergangenheit einen besonders schönen oder glücklichen Moment. Und dann versuchen Sie, 15 Sekunden ununterbrochen und intensiv an diesen Moment zu denken. Achtung, fertig, los…

15, 14, 13, 12, 11, 10 …

Wetten, dass Sie es NICHT geschafft haben, im ersten Anlauf Ihren Geist und Ihre Vorstellungskraft 15 Sekunden auf einen wunderschönen Moment in Ihrem Leben zu fokussieren? Spätestens nach zehn Sekunden hat ziemlich sicher der Affengeist dazwischen gequatscht und Sie daran erinnert, was Sie unbedingt heute noch erledigen müssen, dass die Verkäuferin beim Bäcker so unfreundlich war, Sie schon wieder für Ihren Chef irgendeinen Blödsinn nebenbei erledigen mussten…

„Es beginnt damit, dass du ICH sagst: Alles, was danach kommt, ist Illusion.“
Kodo Sawaki

Ha! Da haben wir es also ertappt, dieses Ego, das uns steuert, und glaubt, alles besser zu wissen!

Überlegen Sie sich das einmal: Dieses Ego gönnt Ihnen keine 15 Sekunden für eine schöne Erinnerung! Es lässt Sie nicht das denken, was Sie denken wollen! Es handelt für Sie, ohne vorher zu fragen… Starkes Stück!

… und dann ärgert es sich auch noch für Sie, weil das halt so üblich ist! Auch dann noch, wenn es lächerlich und völlig unnötig ist.

Pah! Kein Wunder, dass die Weisen, die dieses Viech erkannt hatten, alles daran setzten, es unschädlich zu machen. Aber wie schafft man das, wenn diese Prozesse doch unbewusst ablaufen?

Weiter zu Teil 2: Vom Ego und der Kunst, im Hier und Jetzt zu leben

(Literatur:
Shaw, Andy: A bugfree mind, 3. Aufl., September 2013; http://www.abugfreemind.com
Tolle, Eckhart: The power of NOW. A guide to spiritual enlightenment. New World Library und Namaste Publishing, 2004)

Ein Zwölftel ist schon weg und wie wird der Rest?

2014 wird astrologisch als Saturnjahr bezeichnet.  Saturn, der Realitätsplanet, steht nach dem Senkrechten Weltbild für Qualitäten wie Verantwortung, Disziplin, Arbeit, Pflicht, Anstrengung…  Dabei entstehen  in uns nicht gerade euphorische Gefühle. Wahrscheinlich fühlt sich jedes Wort wie ein Kilo mehr in einem Rucksack an, den man auf einer langen Bergtour schleppen muss. Der Weg ist oft beschwerlich steil, führt manchmal über Geröllfelder, durch Schluchten und schmale Steige. Aber am Ende lockt der Gipfel, das Ziel, die grandiose Aussicht, für die sich jede Mühe lohnt und der innere Schweinhund hat aufgehört zu bellen, denn er ist bezwungen, für den Moment. Genau so fordert Saturn uns im astrologischen Sinn auf, einen Schritt nach dem anderen zu setzen, nicht hastig auf das Ziel fixiert zu rennen, sondern achtsam dabei auch das kleine Glück am Wegrand zu sehen. Das kleine Blümchen, den bunten Schmetterling, das Lächeln des Nachbarn, die freundliche Geste eines Fremden, der Dich in der Warteschlange vor lässt. Und, ganz wichtig,  dankbar dafür zu sein. Nichts ist selbstverständlich und zufällig. Wenn ich den Rucksack schon tragen muss, dann kann ich das auch mit innerer Freude und Gelassenheit, zumindest kann ich mich darin üben. Außerdem habe ich mir nach den geistigen Gesetzen diese Situation erschaffen, um weiter zu kommen. Also, wenn ich es noch nicht mal auf jemand anderen schieben kann, dann muss der Saturn herhalten.

Alle sieben Jahre bildet  Saturn im Transit zu seiner Stellung im Geburtshoroskop einen herausfordernden Winkel. Das sind  Wachstumsphasen, Reifezeiten, Jahresringe, wie man es auch immer nennen möchte. Und mir kommt es so vor, als ob Saturn mir für die nächsten 7 Jahre Hausaufgaben aufgibt und nach 7 Jahren kontrolliert, ob und wie ich sie gemacht habe. Ist er zufrieden, scheint die Sonne am Gipfel, und ich darf die Aussicht genießen. War meine Ausführung nachlässig, unordentlich, fahrig, ja, dann kommt kurz vor dem Ziel ein Wettersturz und ich muss schnell den Rückweg antreten und auf mein Ziel, den Gipfel, erneut hinarbeiten.

Von vielen Menschen habe ich im Januar gehört, der Monat sei mehr als anstrengend gewesen, das Leben hätte sie in kurzer Zeit vor viele Prüfungen und Herausforderungen gestellt, das Körpergefühl ist schwer und irgendwie ist alles anstrengend und überhaupt gab es wenig Gründe zum Lachen. Natürlich, einiges ist subjektive Wahrnehmung.   Aber dass die Zeiten ernster erlebt werden, entspricht dem Saturnprinzip. Das Thema Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und danach zu handeln, mit dem Hintergrund, dass in sieben Jahren die Hausaufgaben kontrolliert werden, lässt uns vielleicht doch achtsamer mit der Zeit und den eigenen Aufgaben umgehen. Entschleunigung ist angesagt und das kann Saturn sehr gut, er nimmt das Tempo raus und das kann doch auch ein Segen sein!

Ich möchte gerne Sonnenschein am Ende der Tour und so habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, Dinge, die ich beginne auch fertig zu machen. Zusagen zu halten, oder wenn ich es im Vorfeld merke, dass ich sie nicht halten kann, erst gar keine machen und nicht zurückrudern mit fadenscheinigen Ausreden. Das ist sehr viel für eine Zwillingssonne wie mich, die gerne auf mehreren Hochzeiten tanzt und schnell mit Worten dabei ist.  Mal sehen, was Saturn dazu meint. Denn wenn Innen so wie außen ist,  ist jeder von uns sein eigener Saturn.

Wer mehr über Saturn erfahren möchte, ist gerne zum Workshop „Saturn, der Herr der Ringe“ am 23.2. eingeladen…
…in 82294 Oberschweinbach (S3 Mammendorf), 10 km nördlich von FFB, Ramweg 5, von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr, € 35,00. (Anmeldung bitte über die Kontaktseite von @SG.)

Ich wünsche Euch allen die Kraft für  ein inneres Lächeln, auch wenn der Rucksack schwer ist. Tragt ihn und denkt an das Gefühl, wie wohltuend es ist, ihn am Gipfel  eine Zeit lang abzunehmen. Ganz herzlich, Eure Silvia

Ach ja, wie wird der Rest von 2014? Jeder ist Schöpfer in seinem Leben, von daher wird der Rest so, wie Du ihn haben möchtest!

Einführung in die Experimentellen Zenkünste

„Schöpferisch werden und bewusst, um anders zu leben“

Jeder kann es…

Fröhlich und überrascht und staunend schauen auf das eigene Tun und das, was geschieht: das Spiel der Steine – der Wurf des Seils – die Entfaltung und der Tanz des Tuches…

Wir kommen in die Mitte, die überall ist… und immer hier und jetzt und jen- oder diesseits der klassischen Zen-Künste – Bogenschießen, Teezeremonie, Kalligraphie, Ikebana, das Sitzen – warten auf uns – absichtslos – und sich selbstlos freigebend für unser schöpferisches Tun, für einen un- oder sinnigen kreativen Akt, der sich ereignet, weil wir umfassend hören auf die Gegebenheiten: ein Stein ist ein Stein und steht für alles, was in einer Konstellation gesetzt werden kann, ein Seil hat seine wesenhaften Eigenheiten, die sich im Wurf oder im Ziehen zeigen, sowie sich das Wesen des Tuches beim Entfalten zeigt.

Und aaaaaaah! bei aller Achtsamkeit – ganz viel Lachen, jaaaaaaaah!

Wir fliegen über die Vielfalt der Möglichkeiten, die die experimentellen Zenkünste eröffnen. Schnuppern, wie die Gestimmtheit des täglichen Lebens zu verändern ist, indem wir bewusst schöpferisch werden. Spielerisch achtsam setzen wir Steine oder andere Dinge, entfalten das Tuch und werfen das Seil.

Alles was möglich ist, darf geschehen, Ungewohntes wird zugelassen und kann sich ereignen und Neues wird erforscht.

Nach diesen Stunden sind wir reicher an Möglichkeiten, den Alltag schöpferisch zu gestalten und als Schöpfung zu erleben. Was wir immer schon tun, tun wir achtsam und bewusst und spielen ganz ernsthaft und genau mit den Gegebenheiten.