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Saturn-Neptun: Auflösung der Grenzen

Auch wenn uns derzeit das Uranus-Pluto-Quadrat noch ein letztes Mal am gestirnten Himmel grüßt (um Weihnachten nähert sich das Quadrat noch einmal an), um uns dann der Aufgabe zu überlassen, wieder Ordnung in all das zerbrochene Geschirr zu bringen, laufen sich bereits die nächsten beiden Planeten warm: Saturn und Neptun.

Saturn-Neptun-Quadrat 26.11.2015 12h GMT+1 für München
Saturn-Neptun-Quadrat 26.11.2015 12h GMT+1 für München

Ein spannungsreiches (was immer das bei Neptun heißen mag) Quadrat zwischen beiden wird uns für den Rest dieses Jahres und praktisch das ganze nächste Jahr begleiten.

Der nüchterne, realistische, harte Prinzipienreiter Saturn baut eine Spannung auf zu Neptun, dem Planeten, der so schwer fassbar ist, weil er alles auflöst – Enthemmung, Entgrenzung, Nebel, aber auch Visionen, Spiritualität, Geistiges, was durchaus auch hochprozentig sein und zum Rausch führen kann. Diese Kräfte werden nun also ein Weilchen aneinander und an uns zerren!

Grenzen verschwimmen…

Betroffen sind v.a. Menschen, die im Horoskop Planeten oder Konstellationen auf 5-10° veränderlich und/oder auf 8-13° kardinal und/oder Saturn-Neptun-Aspekte haben.
Für jeden Einzelnen, aber auch für Partnerschaften aller Art, wird das bedeuten, dass alles das in Frage gestellt wird, was bisher als selbstverständlich betrachtet wurde. Gewohnheiten und Strukturen, die aufrecht erhalten wurden, obwohl sie längst überholt waren oder weil eine Form von Sturheit bis hin zum Fanatismus dahinter stand, dürften nun zur Debatte stehen oder sich von selbst auflösen. Abgrenzungen – egal ob fehlend oder zu rigoros – werden ein Thema, ebenso wie falsch verstandene Liebe. Was bleibt, ist ein Vakuum und eine gehörige Portion Ratlosigkeit.

Hier heißt es nun: loslassen! Wer an fixen Ideen oder der Vorstellung von bestimmten Resultaten festhält, wird von den Auflösungserscheinungen nur umso mehr verwirrt. Es ist, als wollte man im Nebel nach einem Schemen greifen … und fasst doch jedes Mal ins Leere.
Nehmen Sie die Situationen an, wie sie sind. Versuchen Sie, so nüchtern und realistisch wie möglich zu bleiben, und gehen Sie Schritt für Schritt weiter, ohne ein bestimmtes Ergebnis zu verfolgen.

… auch mundan!

Auflösung von Grenzen … das mag jede/r für sich zum Thema haben, aber auch mundan stecken wir schon mitten drin zwischen Flüchtlingsströmen, Fremdenangst, Willkommenskultur, Grenzzäunen und einem Terrorismus, der Grenzen auf ganz andere Art überschreitet!
Da Neptun hier beteiligt ist, gibt es nicht DIE EINE Lösung! Bleibt nur zu hoffen, dass alle beteiligten Politiker in Ost und West einen klaren Kopf bewahren. Das Ergebnis wird vermutlich ganz anders ausfallen, als wir es uns derzeit vorstellen können.

Saturn-Neptun historisch

Ein Blick in die Vergangenheit mag die Dimensionen umreißen: Saturn-Neptun-Aspekte gab es z.B. im November 1989 (Konjunktion, Fall der Mauer), 1944/45 (Quadrat, Flüchtlingsströme und neue Grenzen in Europa), 1935 (Opposition, Rassendiskriminierung durch die Nürnberger Gesetze), 1917/18 (Konjunktion, Flüchtlingsströme und neue Grenzen in Europa).

Das Saturn-Neptun-Quadrat wird erstmalig am 26.11.2015 auf 7° Schütze/Fische gradgenau.
Weitere genaue Aspekte werden im April und im Juni 2016 sein, danach lösen sich die beiden Planeten langsam wieder.

In Form…frei in der Form

Meist sind es Formen, die wir da im Tai Ji oder in Qi Gong-Übungsreihen lernen. Jede Form, jeder Stil, jede Übungsreihe schmeckt anders, betont Anderes, wirkt unterschiedlich; aber alle haben einen genau vorgeschriebenen Bewegungsablauf. In der Kurzform in 16 Sequenzen des Integralen Yang-Stils kann man Variationen einbauen, mannigfach, nach eigenem freien Willen, doch die Schrittabfolge bleibt bewahrt.
So weisen die Acht Edlen Übungen des Bewegten Qi Gong, auch als die 8 Brokate bekannt, ebenfalls viele Variationen in der Ausführung und sogar in der Reihenfolge auf, und trotzdem betitelt sie jeder Kenner als „Ba Duan Jin“.

Im Chan Mi (Qi) Gong gibt es die Basisübung mit ihren drei möglichen Wirbelsäulenbewegungen – Wellen, Pendeln und Drehschrauben. Sie vereinen sich zu Ru Dong, dem freien, individuellen Kombinieren. Aber die Freiheit hat ihre Grenzen: die Bewegungen sollten nicht anstrengend sein, eher gleichmäßig und ruhig, rund und entspannt, nach Innen wirkend.

Im freien Tui Shou, den Schiebenden Händen im Tai Ji, gibt es ebenfalls eine Grenze. Alle Techniken werden versucht, Schritte und Fußstöße integriert, doch die Grenze der Freiheit liegt im Bewahren der Grundprinzipien: stets aufrecht, verwurzelt und zentriert zu sein und alles miteinander verbunden zu haben.
Peng, die elastische, „ballige“ Kraft, und Lü, die empfangende, nachgebende Fähigkeit, sind immer da.

Im „spontanen“ Qi Gong ereignen sich Bewegungen, meist unvorherseh- und -spürbar, die plötzlich geschehen, da sich Verspannungen lösen und das Qi wieder ungehindert fließen kann.

Abstrakte Leiber
Abstrakte Leiber

Fast grenzenlos ist es beim „freien Bewegen“ in den Experimentellen Zen Künsten. Hier gibt es ein bewusstes Innehalten, hier gibt es extraordinäre Schiefstände, Abknickungen, Verdrehungen und „wilde Schieflagen“, die auch anstrengen dürfen – stets begleitet von einem wachen Schauen und Fühlen, Wahrnehmen, was ist und was sein kann. Nichts ist vorgeschrieben. Es ist nie gleich, immer anders. Staunen und Entdeckerfreude breiten sich im ganzen Körper aus. Die Grenze, die bleibt, ist die Schwerkraft, die Schweben und Fliegen verhindert, aber ansonsten alles ermöglicht. Sonst würden wir ja auch noch mehr abheben.

Wenn wir die Tai Ji-Form laufen, sind wir frei in der Form, bewegen uns mit immer frischem Anfängergeist. In der Form, jenseits der Form.