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INTEGRALES

ZEN, TAI JI & QI GONG

Der schweizer Kultur-und Bewußtseins-Phänomenologe Jean Gebser verstand unter der „integralen“ Bewußtseinsstruktur das Vermögen, die bisherigen — die archaische, magische, mythische und mentale Struktur — zu integrieren und ganzheitlich, transparent und konkret „wahrzugeben“.

IMAG1851_1_1_1Wir sind also in der Lage, alle Gegebenheiten auf Grund ihrer Struktur Wert-zu-schätzen und sie im „Integralen Bewußtsein“ zu vernetzen, zu vereinen.
So basiert beispielsweise das  „Integrale Tai Ji Quan & Qi Gong“ auf traditionellen  Überlieferungen und Familientraditionen und vervollkommnet diese durch zeitgemäße Entwicklungen, die die Sache selbst, die Prinzipien, fördern und weiterentwickeln.

Auf diese Weise können Kostbarkeiten, wie „Das Yang-hafte Stehen“, inspiriert durch die „Alexandertechnik“ von F. M. Alexander, in die konkret- universelle Yin-Yang-Übung des „Wachsens& Sinkens“ íntegriert werden. Die Traditionen werden also erfahren, geehrt,  und gepflegt, aber auch zukunftsweisende Ergänzungen integriert! Alles ist immer in Wandlung auf dem Wege zur Vollkommenheit!
Der „Integrale Yang-Stil“ bleibt trotz, oder gerade wegen vieler auch nicht „familiärer“ Einflüsse, authentisch und Prinzipien-treu.
Die INTEGRALEN ZEN KÜNSTE sind „expermentell“, gehen also, die traditionellen integrierend, über diese hinaus.

DAOdao sagt AlleWegeFinden
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Die Aufbaustufen im TaiJiQuan

Egal in welchem Familienstil des Tai Ji Quan – Chen, Yang, Wu, Sun etc. – gibt es einen sehr klaren Weg des Fortschreitens, gibt es Aufbaustufen beim Üben, Entwicklungsebenen im Laufe der Zeit.

Die Form in ihrem Yin-Yang-Rhythmus zu kennen, ist die Grundvoraussetzung. Im Integralen Yang-Stil differenzieren sich die 124 beziehungsweise 108 Bewegungen des „authentischen, traditionell-klassischen“ Yang-Familien-Stils in die 169 Yin-Yang-Bewegungen

Das Sinken&Wachsen, das Aufnehmen&Abgeben ist die Basis. Darauf folgt die „Arbeit am Yin„, die Zentrumsbewegung.
Alles geschieht mit Zentrum. Aber das Zentrum ist nicht allein, es hat Gehilfen, „Minister“: die Beine, samt Knie, Knöchel und Füße. Die Kraft kommt aus der Erde und die Beine lassen die Schwerkraft durch und  übertragen den Impuls zum Scheitel und in die Hände. Sinken und Verwurzeln sind Voraussetzung und Folge.
Die dritte Stufe ist die „Arbeit am Yang„, die Spiralbewegung der Arme, der Wirbelsäule und die polare Kopfbewegung. Auf dieser Ebene wird der Atem frei und natürlich und die Fähigkeit des Nachgebens kann nach unten wirken.
Die vierte Stufe „Yi&Qi in der Form“ vereint die ersten drei und widmet sich dem großen Loslassen, dem freien Qi-Fluß, den Richtungen der Kraft, sprich den Anwendungen und dem klaren Yi, der Absicht, der Vorstellungskraft, dem Willen. Am Ende mündet TaiJi in WuWei und WuJi.
DAOdao sagt Euer AWF

In Form…frei in der Form

Meist sind es Formen, die wir da im Tai Ji oder in Qi Gong-Übungsreihen lernen. Jede Form, jeder Stil, jede Übungsreihe schmeckt anders, betont Anderes, wirkt unterschiedlich; aber alle haben einen genau vorgeschriebenen Bewegungsablauf. In der Kurzform in 16 Sequenzen des Integralen Yang-Stils kann man Variationen einbauen, mannigfach, nach eigenem freien Willen, doch die Schrittabfolge bleibt bewahrt.
So weisen die Acht Edlen Übungen des Bewegten Qi Gong, auch als die 8 Brokate bekannt, ebenfalls viele Variationen in der Ausführung und sogar in der Reihenfolge auf, und trotzdem betitelt sie jeder Kenner als „Ba Duan Jin“.

Im Chan Mi (Qi) Gong gibt es die Basisübung mit ihren drei möglichen Wirbelsäulenbewegungen – Wellen, Pendeln und Drehschrauben. Sie vereinen sich zu Ru Dong, dem freien, individuellen Kombinieren. Aber die Freiheit hat ihre Grenzen: die Bewegungen sollten nicht anstrengend sein, eher gleichmäßig und ruhig, rund und entspannt, nach Innen wirkend.

Im freien Tui Shou, den Schiebenden Händen im Tai Ji, gibt es ebenfalls eine Grenze. Alle Techniken werden versucht, Schritte und Fußstöße integriert, doch die Grenze der Freiheit liegt im Bewahren der Grundprinzipien: stets aufrecht, verwurzelt und zentriert zu sein und alles miteinander verbunden zu haben.
Peng, die elastische, „ballige“ Kraft, und Lü, die empfangende, nachgebende Fähigkeit, sind immer da.

Im „spontanen“ Qi Gong ereignen sich Bewegungen, meist unvorherseh- und -spürbar, die plötzlich geschehen, da sich Verspannungen lösen und das Qi wieder ungehindert fließen kann.

Abstrakte Leiber
Abstrakte Leiber

Fast grenzenlos ist es beim „freien Bewegen“ in den Experimentellen Zen Künsten. Hier gibt es ein bewusstes Innehalten, hier gibt es extraordinäre Schiefstände, Abknickungen, Verdrehungen und „wilde Schieflagen“, die auch anstrengen dürfen – stets begleitet von einem wachen Schauen und Fühlen, Wahrnehmen, was ist und was sein kann. Nichts ist vorgeschrieben. Es ist nie gleich, immer anders. Staunen und Entdeckerfreude breiten sich im ganzen Körper aus. Die Grenze, die bleibt, ist die Schwerkraft, die Schweben und Fliegen verhindert, aber ansonsten alles ermöglicht. Sonst würden wir ja auch noch mehr abheben.

Wenn wir die Tai Ji-Form laufen, sind wir frei in der Form, bewegen uns mit immer frischem Anfängergeist. In der Form, jenseits der Form.