Archiv der Kategorie: St@rnerQi – die Synthese

Verbindung aus westlicher, klassischer Astrologie und den Energielehren aus dem alten China

INTEGRALES

ZEN, TAI JI & QI GONG

Der schweizer Kultur-und Bewußtseins-Phänomenologe Jean Gebser verstand unter der “integralen” Bewußtseinsstruktur das Vermögen, die bisherigen — die archaische, magische, mythische und mentale Struktur — zu integrieren und ganzheitlich, transparent und konkret “wahrzugeben”.

IMAG1851_1_1_1Wir sind also in der Lage, alle Gegebenheiten auf Grund ihrer Struktur Wert-zu-schätzen und sie im “Integralen Bewußtsein” zu vernetzen, zu vereinen.
So basiert beispielsweise das  “Integrale Tai Ji Quan & Qi Gong” auf traditionellen  Überlieferungen und Familientraditionen und vervollkommnet diese durch zeitgemäße Entwicklungen, die die Sache selbst, die Prinzipien, fördern und weiterentwickeln.

Auf diese Weise können Kostbarkeiten, wie “Das Yang-hafte Stehen”, inspiriert durch die “Alexandertechnik” von F. M. Alexander, in die konkret- universelle Yin-Yang-Übung des “Wachsens& Sinkens” íntegriert werden. Die Traditionen werden also erfahren, geehrt,  und gepflegt, aber auch zukunftsweisende Ergänzungen integriert! Alles ist immer in Wandlung auf dem Wege zur Vollkommenheit!
Der “Integrale Yang-Stil” bleibt trotz, oder gerade wegen vieler auch nicht “familiärer” Einflüsse, authentisch und Prinzipien-treu.
Die INTEGRALEN ZEN KÜNSTE sind “expermentell”, gehen also, die traditionellen integrierend, über diese hinaus.

DAOdao sagt AlleWegeFinden
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Von der Be-WERT-ung zum Wert

Ein Thema, das sich für einen Anfänger der Experimentellen Zenkünste z.B. in den Konstellationsspielen aufdrängt, sind Bewertungen. War das jetzt gut, was ich gemacht habe, oder nicht?
Nun geht es genau darum, diese Fragen und Bewertungen erst einmal wahrzunehmen … und irgendwann auch sein zu lassen. Es ist egal…

Aber ist das so sinnvoll? Wäre es wirklich gut, wenn unser Leben frei von Bewertungen wäre?
Ich meine, nein!

Fangen wir ganz archaisch an. Der Jäger und Sammler, der auf der Suche nach Nahrung ein Tier erlegt oder Früchte gefunden hat, musste immer entscheiden, ob diese Nahrung genießbar war oder nicht. Das ist eine Bewertung! Und noch dazu eine sehr wichtige!
Ein leitender Angestellter oder Unternehmer auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter: Der neue Mitarbeiter muss bewertet werden, ob er/sie für die Stelle geeignet ist und die notwendigen Fähigkeiten mitbringt. Kein beliebtes Thema! Aber notwendig!
Jeder Liebende bewertet seine Liebe! Sonst wäre die Liebe nicht da… Irgendetwas hat er oder sie in den Augen des Liebenden, was andere nicht haben.
Bewertung ist unvermeidlich. Schon die Tatsache, dass man liebt, ist eine Bewertung. Und das ist gut so!

In unserer Gesellschaft wird sehr viel Unwichtiges bewertet. Modische Kleidung, Äußerlichkeiten und Statussymbole spielen eine größere Rolle als der Mensch, der in der Kleidung steckt!
Dort, wo allerdings eine ehrliche Bewertung angebracht wäre, findet sie in der Regel nicht nur nicht statt, sondern wird nachgerade bekämpft unter dem Deckmäntelchen der Chancengleichheit o.ä.
Nehmen wir die Berufswahl: eine liebevolle Be-WERT-ung eines Jugendlichen würde so manchen unglücklichen Erwachsenen vermeiden helfen. Wieso soll ein junger Mensch, der gerne und gut kocht und bäckt, Industriekaufmann werden?
Nur, weil man damit – vielleicht – mehr Geld verdienen kann und in einem namhaften Großkonzern einen – angeblich – sicheren Arbeitsplatz bekommen kann? Welchen Wert hat es dann, dass aus diesem fröhlichen jungen Menschen ein unglücklicher, womöglich kranker, Arbeitnehmer wird, der sich im Großkonzern eingesperrt und “versklavt” fühlt? Dieser fröhliche Mensch würde unter Umständen mit einem eigenen kleinen Restaurant sehr glücklich werden… Wer weiß das schon außer dem Betroffenen selbst?

Bewertungen sind immer subjektiv. Das muss uns klar sein.
Schwierig wird es nämlich in dem Moment, wo diese subjektiven Maßstäbe objektiviert und gedankenlos anderen übergestülpt werden. Wenn wir in unserer großen Liebe – durch die rosa Brille – etwas sehen, was gar nicht da ist, wird es zwangsläufig irgendwann knallen!
Genauso, wenn Eltern (und Lehrer) junge Menschen in Berufe drängen, von denen die Erwachsenen Wunschvorstellungen in sich tragen, die aber weder mit dem Berufsalltag noch mit den Vorlieben und Eignungen des jungen Menschen etwas zu tun haben…

Die Experimentellen Zenkünste lehren mit ihrer achtsamen Wahrnehmung von Bewertungen, den Maßstab nicht an andere Menschen oder Dinge anzulegen – sondern an die Bewertungen an sich.
Auch eine Bewertung der eigenen Person ist in Ordnung, solange sie mich auf meinen ganz eigenen Weg führt, mich spüren lässt, was ich sehr gut kann, was mir Freude macht. Ist die Selbstbewertung jedoch so, dass sie den eigenen Selbstwert schmälert, muss sie als das erkannt werden!

Die Be-WERT-ung muss den Wert erkennen: den Wert des Objekts der Bewertung und den Wert der Bewertung an sich.

Ein stylishes T-Shirt ist ein Stück Stoff – oft nicht mal ein besonders wertvoller Stoff. Man zieht es an, weil irgendjemand (wer eigentlich?) festlegt, dass dieses Stück Stoff in dieser Farbe unbedingt “angesagt” ist. Auch dann, wenn man weder die Farbe noch den Schnitt mag… Das ist uns wichtig! Nach solchen Äußerlichkeiten be-WERT-en wir einen anderen Menschen. Fragen dabei aber nicht, ob dieser Mensch glücklich ist!
Der junge Mensch auf der Suche nach einem Beruf (und hier sollten wir “Berufung” hören) ist es uns nicht wert, dass wir uns so viele Gedanken über ihn machen, wie über unser stylishes T-Shirt. Der wird in einen Beruf gedrängt, in dem er sich möglichst viele stylishe T-Shirts kaufen kann…
Wir werden zu Konsumenten erzogen! Im Grunde ist es allen egal, was wir gut können und wie wir uns fühlen. Hauptsache, wir kaufen.

Wir dürfen und können nicht ohne Be-WERT-ungen leben, aber wir müssen sie erkennen. Und wir müssen einen eigenen Wert-Maßstab entwickeln, der jedesmal eine Warnlampe aufleuchten lässt, wenn wir von außen Be-WERT-ungen annehmen, ohne sie zu hinterfragen. Wenn wir mehr Aufmerksamkeit auf unseren Kleiderschrank und unser Auto richten als auf unsere Kinder.

Be-WERT-ungen sind wert-voll, aber sie dürfen kein Prokrustesbett werden, in dem alles abgeschnitten wird, was mich oder jemand anderen als Person ausmacht…

Lehrsystem

In  einem System ist alles irgendwie aufeinander bezogen, alle Teile sind vernetzt,  jeder Teil ist mit dem Ganzen verbunden und das Ganze wirkt in jedem Teil.  Und in der Zeitdimension ist der Ursprung Gegenwart.

Im AWF-Lehrsystem sind TaiJiQuan, QiGong und die Experimentellen Zen Künste ineinander verwoben und aufeinander bezogen. Lässt man sich auf eines oder gar auf zwei, oder noch garer auf alle drei ein, so droht unausweichlich eine Veränderung des Lebens! Dies muß man wissen und wollen!

Will ich wirklich glücklich sein im “hier & jetzt”?

Immer gewinnen!!!

In den Experimentellen Zen Künsten gibt es bei allen Spielen keine Gewinner und Verlierer!  Wir spüren eher die Spur des Geistes.  Bewußt und achtsam lassen wir uns ein, spielen mit uns selbst, mit einem Partner oder fühlen uns als Teil eines größeren Ganzen – einer Gruppe, einer Gesellschaftsschicht, als Teil eines Staates, als Teil der Menschheit und des Kosmos.  Und bitte keine Psychologismen, keine Familienaufstellungen: die haben in den ExZeKü nichts zu suchen!!!

Sehen und finden, was da ist,  ist elementarer als suchen, was man hofft zu finden.

Vom Ego und der Kunst, im Hier und Jetzt zu leben

(Teil 2 des Artikels: Widerstand ist eine Form von Beurteilung)

Es geht um nichts Geringeres, als wach zu werden und wieder die Kontrolle über unser Denken zu erhalten. Nur dann können wir wirklich weiter kommen auf unserem Weg. Denn das Ego hat die unangenehme Eigenschaft, sich nicht aus der eigenen Komfortzone heraus bewegen zu wollen. Es will alles so lassen, wie es ist, auch wenn wir mit unserem Status Quo noch so unzufrieden sind! Aber, da weiß man wenigstens, was man hat… Das Neue, das Andere, nein, das kennt das Ego nicht, das muss also schlecht sein!

„Du musst dich permanent beobachten – vor allem deine Gedanken – in jedem Moment, ohne etwas auszulassen. Die Beobachtung ist wesentlich zur Trennung des Selbst vom nicht-Selbst … Sei dir jenes Zustandes bewusst, der einfach nur Sein ist, ohne dieses oder jenes zu sein.“
Nisargadatta Maharaj

Also, ganz egal, ob wir unser Leben grundlegend ändern oder einfach nur bessere Push Hands-Spieler werden wollen … es lohnt sich, den eigenen Gedanken zuzuhören. Und dabei bis ins innerste Mark zu erschrecken!

Wie oft kauen wir eigentlich kleinste Unannehmlichkeiten durch, die uns widerfahren sind? Wie lange beschäftigen uns Bilder der Gewalt aus Filmen oder Fernsehnachrichten? Und, meine Güte, wie schnell urteilen wir? (Dass die Welt schlecht ist, wissen wir schließlich … aus dem Fernsehen!) Vor allem, was nützen uns diese Urteile und Meinungen eigentlich, mit denen wir dann durch die Welt trampeln? Und von denen wir, ach, so schwer wieder Abstand nehmen können?

Doch halt, wir haben ja schon erfahren, dass gar nicht wir es sind…

Wut, Ärger und Angst sind nichts anderes als ein schnelles, meist allzu schnelles, Urteil über die Situation. Das Ego möchte die Kontrolle nicht verlieren und leistet Widerstand. Es will weg! Oder siegen! Da es aber keine neuen Ideen zulassen kann (wo kämen wir da hin?), wird es nie verstehen, dass man durch Nachgeben oder das Zugeben von Schwächen siegen und aus Fehlern lernen kann.

Es geht also darum, das Ego zu beobachten, wie es für uns denkt und handelt. Das Bewusstsein muss wieder die Kontrolle über unser Denken und Handeln bekommen. Versuchen Sie doch einmal herauszufinden, wie lange Sie gar nichts denken können?

Es ist schwer, die Gedanken vollständig zur Ruhe zu bringen. Eine gute Möglichkeit, es zu üben, bietet sich beim Push Hands. Hier können wir vor jeder Begegnung daran arbeiten, unseren Affengeist schweigen zu lassen, präsent zu sein, die Aufmerksamkeit auf unseren Körper und unseren Partner zu richten. Und, nehmen wir doch all die Gefühle einfach wahr, die in uns aufsteigen, wenn wir uns Aug’ in Aug’ gegenüber stehen oder unser Gleichgewicht verlieren…

Warum immer gleich die Situation bewerten in Form von Wut oder Überlegenheitsgefühlen? Freuen wir uns doch stattdessen lieber über unsere Fehler! Wenn es uns gelingt, sie zu betrachten, ohne sie zu bewerten, dann und nur dann können wir echte Fortschritte machen!

Denn je stiller der Affengeist, umso unbesiegbarer wird man. Und der Affengeist wird still, wenn man im Hier und Jetzt ist. Da gibt es weder Schmerz über Dinge, die längst vergangen und ohnehin nicht mehr zu ändern sind, noch Spekulationen über zukünftige Katastrophen, die meistens eh nicht eintreten … und wenn doch, dann immer anders als geplant! Im Hier und Jetzt hat der Affengeist seine Grundlage verloren und muss schweigen. Dann ist der Weg frei, eine Situation so wahrzunehmen, wie sie wirklich ist. Die notwendige und angemessene Reaktion stellt sich von selbst ein.

Das und nichts anderes dürfte der „Trick“ jener alten Meister gewesen sein, von denen überliefert ist, dass sie ihren Gegnern so lange Aug’ in Aug’ gegenüber standen, bis die Gegner die Nerven verloren, aufgaben und ihre Absicht im Angriff verrieten. Mit einem leeren Geist und der Aufmerksamkeit ganz im Augenblick ist der Sieg dann sicher.

Wenn es denn so einfach wäre…

 

(Literatur:
Shaw, Andy: A bugfree mind, 3. Aufl., September 2013; http://www.abugfreemind.com
Tolle, Eckhart: The power of NOW. A guide to spiritual enlightenment. New World Library und Namaste Publishing, 2004)

Schere, Stein, Papier? – Stein, Tuch, Seil!

Die Oberfläche ist kühl, rau und schmiegt sich schwer in meine Hand. Wo ich den Stein weggenommen habe, ist nun eine Lücke. Es sieht dort anders aus.

Der Stein wird warm in meiner Hand, ich sehe das Muster auf seiner Oberfläche … spüre den Platz, auf den ich ihn legen werde … zwischen die anderen Steine und zwei lange Bambusstöcke.

Experimentelle Zenkünste mit Steinen
Experimentelle Zenkünste mit Steinen

Wann habe ich zum letzten Mal ein Gewicht in meiner Hand so achtsam wahrgenommen? Habe ich es überhaupt jemals getan?

Ich höre das tiefe, tönende Geräusch, das der Stein auf der Holzplatte erzeugt, als ich ihn ablege.

Ich höre, ich spüre, ich schaue … und staune, als ich unser „Spielfeld“ aus verschiedenen Perspektiven betrachte. Schließlich entdecken wir auch die dritte Dimension…

Grau ist nicht gleich grau…
Fläche ist einheitlich, gemustert, von mäandernden Linien durchzogen…
Wölbungen, Vertiefungen, Kanten…
groß, rund, flach, eckig oder klein,
für uns im Alltag: nur ein Stein!

… über den wir stolpern,
… den wir achtlos aus dem Weg treten.

Wie vieles hätte er uns zu sagen, würden wir ihm zuhören?
Wie vieles könnten wir durch ihn über uns selbst erfahren, ließen wir es zu?

War da nicht einen Moment in mir die Versuchung, den Stein einfach irgendwie mit einer Hand hinzulegen? Ihn gleichsam fallen zu lassen?
Als ich ihn dann doch mit beiden Händen ablege, spüre ich, dass die nach unten weisende Fläche nicht gerade ist. Wieso sollte sie auch? Der Stein kippt ein wenig nach, bevor er zur Ruhe kommt. Meine Hände fangen dieses Kippen auf … und warten, bis der Stein eine stabile Lage gefunden hat.

Nun liegt er aber nicht so, wie ich es erwartet hatte…
Egal! Es ist gut, wie es ist!

Experimentelle Zenkünste mit Tüchern
Experimentelle Zenkünste mit Tüchern

Das Harte, Kalte, Graue wird weich, zart, warm und bunt, wenn wir mit Tüchern spielen. Was vorher als Stein unverändert liegen blieb, bewegt sich nun im Wind, schwebt … rutscht … tut überhaupt nicht das, was man erwartet oder möchte … bäumt sich auf … und fällt in sich zusammen.

Rot, Gelb, Blau – werden trotzdem eine Einheit.

Die dicke Seide raschelt leise, wenn wir sie bewegen. Wir lassen sie rutschen, werfen, zupfen, raffen, drapieren – immer reihum, jeder greift auf (im Wortsinne!), was zuvor entstanden ist.

Der Stoff wiegt, verglichen mit den Steinen, fast nichts – und doch entstehen Gewichtungen: das dunkle Blau ist so viel schwerer als das lichte Gelb. Ziegelrot schafft Ausgleich.

Experimentelle Zenkünste mit Seil
Experimentelle Zenkünste mit Seil

Viele Steine, drei Tücher, ein Seil – Verdichtung!

Geworfener Stein – zerstört
Geworfenes (Hand-)Tuch – gescheitert (oder ist es ein Segel im Wind?)
Geworfenes Seil – verbindet, verankert

Das Seil fließt, Bewegungen an einem Ende setzen sich ein Stück in das Seil hinein fort. Ein sattes Geräusch, wenn es auf dem Boden aufschlägt!

Wir ziehen, werfen, drehen – es entstehen: Schriftzeichen? Runen?

Wieder die Frage, was will es mir sagen?

Experimentelle Zenkünste mit Seil
Experimentelle Zenkünste mit Seil

Aber: Will es mir überhaupt etwas sagen? Ist es nicht schon wieder so etwas typisch Menschliches, dass ich immer nach einer Bedeutung suche, bewerte, urteile?
Kann ich das Seil, die Tücher, die Steine nicht einfach so akzeptieren, wie sie in ihrer Eigenart zu liegen kommen?

Was aber ist es dann, was mich an dieser Ecke zupfen, jenen Stein verschieben, die Seilwindung drehen lässt?

Da ist etwas in mir, das nach Ausgewogenheit schreit, das das Spielfeld betrachtet und diese Ecke zu leer findet, jenen Stein zu einsam…

Nur, ist das die gleiche Instanz in mir, die urteilt? Die etwas schön oder hässlich und Experimentelle Zenkünste doof oder höchst spannend findet?
Oder ist da nicht etwas viel tiefer in mir, das dem roten Stoff zu mehr Ausdruck verhelfen und das eng gewundene Seil aus seiner gequälten Haltung befreien möchte?

Viele Fragen für die nächsten Stunden…

Geistiges Heilen

Dann bist Du eine Wunderheilerin? Fragte mich neulich eine junge Frau, der ich erzählte, dass ich Hände auflege. Schön wär’s, hab ich gesagt, dann müsste ich jeden Menschen nur einmal behandeln. Hallo und auf Wiedersehen und dann der Nächste bitte. Aber Wunder gibt es nicht, denn das einzige Wunder ist das Leben selbst. Wenn wir etwas für ein Wunder halten, dann nur, weil wir die Gesetze des Lebens, der Natur nicht verstehen. Geistiges Heilen, was ist es dann, kann man es beschreiben?

In erster Linie ist es eine Ergänzung zur Schulmedizin und Naturheilkunde, denn im geistigen Heilen stelle ich keine Diagnosen und verordne höchstens Meditation.
Meditation, wieso denn das? Und da sind wir schon beim Thema. Jetzt wird’s spannend und es gilt, einfache Worte für etwas zu finden, was sich im Wesentlichen nie vollständig beschrieben, sondern von jedem Einzelnen nur erleben lässt.

Kurz gesagt: Geistiges Heilen ist eine Kunst – und eine Wissenschaft. Die Methoden sind vielfältig, wie auch die Menschen, die sie entwickelt haben. Ich arbeite mit erprobten, traditionellen Methoden christlicher, buddhistischer, indischer und sufischer Heiler. Natürlich gibt es auch immer wieder Neues, aber das alte Wissen hat eine archaische Kraft, die mich mehr überzeugt. Im Grunde ist ja alles immer schon da gewesen, alles ist schon da, alles ist schon in uns, wir brauchen es nur zu entdecken und zu üben. Dem Göttlichen lauschen, das ist wichtig. Deswegen Meditation, denn sonst ist man dem alltäglichen Lärm ausgesetzt und es passiert gar nichts. Also Stille, Spüren, Fühlen, dann kommt das Sehen, dann das Hören. Da ist Disziplin wichtig und eine Stetigkeit, damit „Es in uns“ wachsen, erfahren und verstanden werden kann. Das ist die Grundlage geistigen Heilens.

Und was passiert dann? Rein äußerlich ganz simpel: Der Klient legt sich hin und ich lege die Hände auf, so wie ich es gelernt habe. Dann geschieht das „Es“ und im Körper des Behandelten entwickelt sich Wärme und eine tiefe Entspannung. Dann beginnt „Es“ zu wirken, das kann noch Tage dauern, Tage, in denen etwas behutsam passiert, spürbar wird, wie in einem Kokon, ganz geschützt und leise.

Mehr verrate ich nicht, denn sonst wird Eure mögliche Erfahrung bereits jetzt durch Eure Vorstellung und den Verstand getrübt, der ja immer alles sofort wissen will.

Aber jeder ist sein ganz eigenes Wunder.

Bei Interesse: Termine bei @UK nach Vereinbarung unter: 0172/1394198

Widerstand ist eine Form von Beurteilung

Begeben wir uns ins China des 13. Jahrhunderts. Wir sitzen zu Füßen des ehrwürdigen Meisters Chang San-Feng und lauschen seinen Ausführungen über Shen (Geist), Yi (Vorstellungskraft) und Qi … Er spricht über den Fluss des Qi, der der Vorstellungskraft folgt und sich vom Boden durch den ganzen Körper dorthin bewegt, wo das Qi gebraucht wird. Um mit den Worten zu enden: „All dies unterliegt dem Geist und zeigt sich nicht physisch.“

Damals wie heute sind die Ausführungen nicht leicht zu verstehen, geschweige denn anzuwenden. Für Generationen von Schülern der Inneren Kampfkünste klingen sie wie Zeugnisse aus einer fernen und fremden Welt, und es bedarf einiger Anstrengung und Überlegung, den Sinn zu erfassen.

Der Geist und der Mensch sollen ruhig werden, sich nicht von äußeren Dingen, Emotionen, dem Ego oder dem Ehrgeiz leiten lassen, ganz im Hier und Jetzt verweilen.

„Die Zerstörung des Egos, seine Auflösung im kosmischen und göttlichen Bewusstsein ist auch ein Teil unserer Ansicht der Umwandlung; durch diese Zerstörung entdecken wir die wahre oder spirituelle Person, die ein ewiger Teil des Göttlichen darstellt.“
Sri Aurobindo

Und schaut man in andere Kulturen, ganz egal, ob europäische oder fernöstliche, all die Weisen trachteten danach, den Geist zu kontrollieren und das Ego zu besiegen, aufzulösen…

Warum eigentlich? … und was ist eigentlich der Geist und das Ego?

Das Problem, das hier nach einer Lösung verlangt, ist unsichtbar … physisch nicht sichtbar, wie es auch Chang San-Feng schon wusste. Denn die meisten Handlungen und Worte, die wir ausführen und sprechen, sind unbewusst. Einerseits ist das auch gut so. Wir alle wären längst reif für die Klapsmühle, müssten wir jeden Dialog an der Supermarktkasse oder das tägliche Zähneputzen bewusst erleben und abarbeiten…

Andererseits bedeutet das aber auch, dass es irgendetwas in uns gibt, das diese Dinge steuert. Oder, uns steuert? Denn wer kann sicher sein, dass sich dieses Etwas nur um Smalltalk und Zähneputzen kümmert, bei den wirklich wichtigen Fragen aber plötzlich schweigt? Und wer oder was soll dann eigentlich so plötzlich das Kommando übernehmen?

Sichtbar wird dies z.B. für Push Hands-Spieler. Sie wissen, dass man sicher verliert, wenn man das tut, was man normalerweise tut, nämlich auf Druck mit Gegendruck oder Widerstand zu reagieren. Auch Emotionen wie Wut, Ärger oder Angst verleiten zu Bewegungen, die ein geübter Gegner leicht zu seinem Vorteil nutzen kann.

Hier sind einige Dinge schön zu sehen: dieses Etwas, das uns steuert, glaubt offenbar zu „wissen“, dass man auf Druck hart werden und mit Gegendruck antworten muss – und tut das auch. Ganz automatisch. Komisch nur, dass wir dabei sicher aus dem Gleichgewicht geraten. Da stimmt doch etwas nicht?!

Und statt darüber nachzudenken, ärgern wir uns… Aber ärgern wirklich wir uns? Ärgert sich nicht vielleicht auch dieses Etwas?

Sind wir überhaupt präsent? Leben wir unser Leben überhaupt?
Oder werden wir gelebt? Sind wir ferngesteuert von diesem Etwas?

Nennen wir dieses Etwas Affengeist, wie die Chinesen, oder Ego. Und um es einmal deutlich zu spüren, machen wir ein kleines Experiment: Suchen Sie in Ihrer Vergangenheit einen besonders schönen oder glücklichen Moment. Und dann versuchen Sie, 15 Sekunden ununterbrochen und intensiv an diesen Moment zu denken. Achtung, fertig, los…

15, 14, 13, 12, 11, 10 …

Wetten, dass Sie es NICHT geschafft haben, im ersten Anlauf Ihren Geist und Ihre Vorstellungskraft 15 Sekunden auf einen wunderschönen Moment in Ihrem Leben zu fokussieren? Spätestens nach zehn Sekunden hat ziemlich sicher der Affengeist dazwischen gequatscht und Sie daran erinnert, was Sie unbedingt heute noch erledigen müssen, dass die Verkäuferin beim Bäcker so unfreundlich war, Sie schon wieder für Ihren Chef irgendeinen Blödsinn nebenbei erledigen mussten…

„Es beginnt damit, dass du ICH sagst: Alles, was danach kommt, ist Illusion.“
Kodo Sawaki

Ha! Da haben wir es also ertappt, dieses Ego, das uns steuert, und glaubt, alles besser zu wissen!

Überlegen Sie sich das einmal: Dieses Ego gönnt Ihnen keine 15 Sekunden für eine schöne Erinnerung! Es lässt Sie nicht das denken, was Sie denken wollen! Es handelt für Sie, ohne vorher zu fragen… Starkes Stück!

… und dann ärgert es sich auch noch für Sie, weil das halt so üblich ist! Auch dann noch, wenn es lächerlich und völlig unnötig ist.

Pah! Kein Wunder, dass die Weisen, die dieses Viech erkannt hatten, alles daran setzten, es unschädlich zu machen. Aber wie schafft man das, wenn diese Prozesse doch unbewusst ablaufen?

Weiter zu Teil 2: Vom Ego und der Kunst, im Hier und Jetzt zu leben

(Literatur:
Shaw, Andy: A bugfree mind, 3. Aufl., September 2013; http://www.abugfreemind.com
Tolle, Eckhart: The power of NOW. A guide to spiritual enlightenment. New World Library und Namaste Publishing, 2004)

St@rnerQi – die Synthese

Sowohl im alten chinesischen Denken wie auch in der klassischen Astrologie können eine Reihe von Gemeinsamkeiten beobachtet werden. Um nur einige zu nennen: Die chinesische Astronomie arbeitet mit 12 Erdenzweigen und 10 Himmelsstämmen, die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit 12 Meridianen und 12 Doppelstunden, die jeweils besonderen Einfluss haben. In der klassischen Astrologie finden sich 12 Tierkreiszeichen, 10 Planeten, und der Aszendent durchläuft ein Tierkreiszeichen in etwa zwei Stunden. Es gibt bereits im Mittelalter eine Reihe von Darstellungen, die die Tierkreiszeichen Körperregionen und Organen zuweisen. Offenbar wurden sehr früh hier Zusammenhänge erkannt.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ging jedoch noch einen Schritt weiter und entwickelte v.a. mit Qi Gong Übungen, die gezielt zur Vermeidung von Störungen oder zur Unterstützung von Heilungsprozessen eingesetzt werden können.

Studiert man diese Fakten und lässt sie auf sich wirken, kommt die Vermutung auf, dass alte Kulturen – im Westen wie im Osten – Zusammenhänge erkannt haben, die scheinbar allgemein gültig aber uns heute fremd sind.

Nun können in einem Horoskop eine Reihe von physischen und psychischen Veranlagungen erkannt werden, die vom Horoskopeigner mehr oder weniger intensiv – und oftmals mit großen Schwierigkeiten verbunden – gelebt werden.

Die Idee ist nun, beide Ansätze zusammen zu bringen und auf Basis eines Horoskops ein individuelles Übungsprogramm zusammenzustellen. Gedanken dazu werden hier entwickelt und diskutiert.